Erfolgreiches Promotionskolloquium von Michael Böcker

Für Röhrenstähle, die bspw. in Pipelines eingesetzt werden, gelten heutzutage immer höhere Anforderungen. Sie sollen höheren Beanspruchungen standhalten und geringere Abmessungen vorweisen - gleichzeitig aber ihre Zähigkeit beibehalten und weiterhin durch Schweißen hergestellt werden. Hier bietet der Einsatz von Feinkornstählen eine einzigartige Möglichkeit, die metallurgisch durch Mikrolegierung und das sogenannte thermomechanische Walzen erreicht werden kann. Durch mechanismenorientierte Beherrschung der komplexen Zusammenhänge aus Ausscheidungsbildung und mechanisch-thermischer Behandlung werden neue Festigkeitsklassen möglich.
In seiner Dissertation „Untersuchung des thermomechanischen Walzens von Röhrenstahl mit unterschiedlichen Legierungselementen“ hat der ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter der Werkstofftechnik, Michael Böcker, die Entwicklung von Teilchenbildung und Korngröße über die gesamte Prozesskette modellhaft untersucht. Geeignete Prozessfenster für eine Einstellung von Legierungselementen und Temperatur-Umwandlungsführung wurden dabei zielorientiert experimentell und simulatorisch von ihm ermittelt.
Die enge Zusammenarbeit mit dem Industriepartner ArcelorMittal in Bremen war für die Umsetzung in die Praxis ein wesentlicher Erfolgsfaktor der Arbeit: Die Forschung anhand betrieblicher Schmelzen ermöglichte den unmittelbaren Transfer der wissenschaftlichen Ergebnisse in die industrielle Anwendung.