- Kräfte bis 100 kN
- Kolbengeschwindigkeiten bis zu 1000mm/s
- Dehnungsmessung mit 3-achsigem Laserextensometer,
- Zug- Druckversuche von RT bis 1100°C unter Hochvakuum
- Zugversuche können an Rund- und Flachproben durchgeführt werden.
- In situ Abschrecken mit div. Medien
- Versuche zur Untersuchung des unterkühlten Austenits
- Versuche zur Untersuchung der Umwandlungsplastizität
- Die Umwandlungsplastizität kann sowohl während des Erwärmens als auch beim Abschreckens ermittelt werden.
- Abschrecken kann nur mit Hohlproben erfolgen.
- Bis zu -180°C abkühlen
- Relaxationsversuche
- Kriechversuche
- Dilatometerversuche
- Heizleistung bis zu 75kW
- Aufheizrate bis 10000 K/s
- Messraten bis 10kHz
Auftragsuntersuchungen
Unsere Abteilung bietet Unternehmen maßgeschneiderte Prüfverfahren zur Charakterisierung metallischer Legierungen unter statischen und zyklischen Lasten bei verschiedensten Frequenzen und Temperaturen. Unsere Leistungen umfassen:
- Bestimmung klassischer Eigenschaften von metallischen Werkstoffe (z.B. Werkstoffprüfungen an Stahl, Aluminium, Kupfer, Titan, Magnesium)
- Zugversuch nach DIN EN ISO 6892-1 (Probenherstellung nach DIN 50125)
- Kerbschlagbiegeversuch nach DIN EN ISO 148-1 (ISO-U, ISO-V)
- Mechanische Prüfungen unter schwingender Belastung
- Zeitfestigkeit, Dauerfestigkeit
- Low-Cycle-Fatigue (LCF), High-Cycle-Fatigue (HCF), Very High-Cycle-Fatigue (VHCF)
- verschiedene Probenformen und Frequenzen
- einachsige und mehrachsige Belastungen
- Temperaturbereich: Raumtemperatur bis 1000 °C
- Ermittlung mechanischer Eigenschaften unter kryogenen Bedingungen bis 10K
- Wärmebehandlungssimulation mittels thermomechanischem Prüfsystem (GLEEBLE)
- Rissfortschrittsmessungen an CT-Proben unter schwingender Belastung
- Bestimmung der Bruchzähigkeit
- Digitale Bildkorrelation (DIC) zur 2D-Vermessung der Deformationen
Kontaktieren Sie uns, um mehr zu erfahren und Ihre Projekte gemeinsam mit uns zu realisieren.
In der Abteilung Strukturmechanik untersuchen wir die mechanischen Eigenschaften von Proben und Bauteilen und setzen diese mit anderen Werkstoff- und Bauteileigenschaften in Beziehung. Unsere Untersuchungen erstrecken sich auf das Werkstoffverhalten unter statischer und zyklischer Belastung an ungeschädigten Proben, an Bruchmechanikproben sowie an Bauteilen.
Begleitende mikrostrukturelle Untersuchungen führen wir am Ausgangszustand und am beanspruchten Zustand durch, wobei die Klärung der Versagensmechanismen im Vordergrund steht. Aus diesen Arbeiten leiten wir dann Modelle und quantitative Beschreibungen für das Bauteilversagen ab, die es ermöglichen, Festigkeit und Lebensdauer bei mechanischer Belastung vorherzusagen. In Zusammenarbeit mit anderen Arbeitsgruppen des Leibniz-IWT entwickeln und untersuchen wir Verfahren zur Festigkeitssteigerung und Verbesserung der mechanischen Eigenschaften.

Schwerpunkte
In der Abteilung Strukturmechanik untersuchen wir experimentell die Zusammenhänge zwischen Gefügezustand, Eigenspannungen und dem daraus resultierenden mechanischen Verhalten. Dazu führen wir mechanische Prüfungen an Werkstoffen und Bauteilen durch, sowohl im Rahmen von Forschungsprojekten als auch im Auftrag von Industrieunternehmen. Die gewonnenen Erkenntnisse überführen wir in Modelle und übertragen sie mittels Simulationen auf das Bauteilverhalten. Unser Fokus liegt dabei auf metallischen Werkstoffen.
Dabei berücksichtigen wir ein- und mehrachsige Spannungs- und Verzerrungszustände sowie statische und zyklische Lasten. Unsere Untersuchungen unter zyklischer Beanspruchung umfassen den Low-Cycle-, High-Cycle- und Very-High-Cycle-Fatigue-Bereich mit bis zu 10 Milliarden Lastwechseln. Ergänzend führen wir bruchmechanische Untersuchungen durch, beispielsweise Rissfortschrittsmessungen und die Bestimmung der Bruchzähigkeit.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der thermo-mechanischen Werkstoffprüfung. Dies umfasst sowohl Untersuchungen bei erhöhten Temperaturen – etwa an der Sonderprüfmaschine Gleeble 3500 (bis 1100 °C) oder an der Umlaufbiegemaschine (bis 1000 °C) – als auch mechanische Versuche im kryogenen Temperaturbereich bis hinunter zu 10 K.
Auf dem Gebiet der Modellierung fokussieren wir uns auf die folgenden vier Arbeitsfelder:
Unter Berücksichtigung des vorliegenden Gefüges, der lokalen Härte und den vorliegenden Eigenspannungen arbeiten wir an einem Werkstoffmodell zur Beanspruchbarkeit unter schwingender Beanspruchung, welches sich mit Hilfe gängiger Vergleichsspannungshypothesen in die Simulation der Prozesskette integrieren lässt. Dabei sollen in Zukunft auch komplexe Gefügestrukturen, wie sie zum Beispiel in carbonitrierten Randschichten auftreten, berücksichtigt werden können.
Auf Basis der bereits erfolgreich entwickelten Fehlstellenmodellierung, die die Berechnung der Schwingfestigkeit ermöglicht, arbeiten wir an einer Modellierung, welche die diskrete Lebensdauervorhersage bei einer Beanspruchung im Zeitfestigkeitsgebiet erlaubt. Hierbei dienen die lokal vorliegenden Festigkeiten und Beanspruchungen als Berechnungsgrundlage.
Darüber hinaus zählt die Entwicklung phänomenologischer Materialmodelle für Elastizität, Plastizität und Ermüdung zu unseren Kernkompetenzen. Zur Simulation setzen wir fortschrittliche numerische Methoden ein, darunter die Finite-Elemente-Methode (FEM), die Scaled Boundary Finite Element Method (SBFEM) sowie die Extended Finite Element Method (XFEM). Diese Methoden nutzen wir für makroskopische Bauteilsimulationen, mikroskopische Modellierungen mittels bildbasierter Vernetzungen sowie bruchmechanische Analysen des Rissfortschritts.
Weiterhin haben wir die Beschreibung von verschiedenartigen Fehlstellen in ein gemeinsames Modell überführt. Verschiedene Werkstoffe versagen bei schwingender Beanspruchung an unterschiedlichen Fehlstellen (Poren, Lunker, Ausscheidungen, Dispersionen, Gefügeinhomogenitäten, ...). Mit dem Modell wird eine differenzierte Beschreibung dieser Fehlstellen, basierend auf dem Multiple-Flaw-Ansatz, realisiert.
In der Abteilung Strukturmechanik verfügen wir über eine Vielzahl an Prüfmaschinen, mit denen wir unter statischen und zyklischen, ein- und mehrachsigen Lasten in unterschiedlichsten Temperatur- und Frequenzbereichen prüfen können. Von der Prüfung im Ultraschallpulser mit 20 kHz unter wechselnder und schwellender Beanspruchung bis hin zur Prüfung bei kryogenen Temperaturen bieten wir eine große Spannbreite an Prüfkapazität an. Unser technisches Personal ist versiert bei der Durchführung von spannungs- und dehnungsgeregelten mechanischen Prüfungen. Die wissenschaftlichen Mitarbeitenden unterstützen bei der Versuchsplanung und der Auswertung der Versuche, wobei der Schwerpunkt auf der Bewertung und Einordnung der Ergebnisse liegt. Untersuchungen können mit digitaler Bildauswertung, lokaler Temperaturmessung sowie einem System zur Erfassung der Risswachstumsgeschwindigkeit unterstützt werden.
Anhand einer gut erhaltenen Bruchfläche lässt sich in detektivischer Kleinarbeit die Geschichte eines Risses zurückverfolgen. Flankiert von Gefügeuntersuchungen und Eigenspannungsmessungen eröffnen sich Versagensursachen und Abhilfemaßnahmen in der praktischen Anwendung. Neben den Untersuchungen an im eigenen Hause geprüften Probenmaterial hat sich die Abteilung auch auf die Beurteilung von durch schwingende Beanspruchung verursachten Schadensfällen spezialisiert. Von der gebrochenen Feder bis zum Großgetriebezahnrad wurden in Zusammenarbeit mit der metallographischen und physikalischen Analytik schon diverse Fälle aufgeklärt.
Projekte der Strukturmechanik
Bearings Fatigue Life Testing and Calculation (BALTIC)
Im BALTIC-Verbundprojekt werden die Laufbahn- und Strukturermüdung von Rotorblattlagern in Windenergieanlagen experimentell und durch Simulation untersucht, um die Lebensdauer der Lager präzise zu ermitteln.
Am Leibniz-IWT wird das Teilprojekt ,,Werkstofftechnische Untersuchung vorgeschädigter Blattlager und Evaluierung von Modellen zur Abschätzung der Rissentstehungswahrscheinlichkeit und zur Simulation des Risswachstums anhand von Ermüdungsversuchen" bearbeitet. Ein besonderer Fokus liegt auf der Wechselwirkung typischer Schadensmechanismen wie Laufbahnermüdung, Verschleiß, Ringermüdung und Korrosion. Erste Analysen von im Feld eingesetzten Lagern (Feldrückläufer) zeigten Risse, die sowohl von der Bohrung zur Laufbahn als auch umgekehrt verlaufen. Mittels chemischer Untersuchungen der Bruchflächen wurde Korrosion in Bohrungen als Ursache für die Risse identifiziert.
Zur weiteren umfangreichen Untersuchung dieser Mechanismen in Zug-Druck-Ermüdungstests und Versuchen zur Rissausbreitung bei unterschiedlichen Umgebungstemperaturen wird derzeit die Probenentnahme aus einem Lagerring geplant. Ein Teil der Proben soll das duktile Material im Kern der Lagerringe repräsentieren, während der andere Teil gezielt gehärtet wird, um das Gefüge in der induktiv gehärteten Laufbahn abzubilden.
Parallel wird an der Simulation des Beanspruchungszustands gearbeitet. Dafür ist der Verlauf der Eigenspannungen in der Tiefe an relevanten Positionen entscheidend. Erste Messungen der Oberflächenspannungen mittels mobiler Diffraktometrie sind erfolgt. Basierend auf den Ergebnissen wurden Segmente zur Bestimmung des Spannungsverlaufs über die Tiefe ausgewählt. Diese Untersuchungen sind entscheidend, um die komplexen Beanspruchungen der Rotorblattlager zu verstehen.
Kooperationen: Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme (IWES), Eolotec GmbH, WRD Research and Development GmbH, Liebherr-Components Biberach GmbH
Förderung: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK)

Kontakt:
Dr.-Ing. Johanna Eisenträger
Tel.: +49 421 218 51320
E-Mail: eisentraeger@iwt-bremen.de
KI-gestützte Entwicklung von Kieselalgenstrukturen zum Aufbau von additiv gefertigten Endoprothesen aus Ti-6Al-4V
Etwa 20 % aller Hüftgelenkersatzoperationen weltweit sind Revisionseingriffe, was auf einen erheblichen Optimierungsbedarf hinweist. Kieselalgen weisen komplexe offenporige Strukturen auf, die Leichtbaueigenschaften mit hoher Festigkeit und risshemmendem Verhalten kombinieren, was sie für die Endoprothetik interessant macht. Das Forschungsprojekt „KIKI“ zielt darauf ab, eine KI-basierte Methode zur bioinspirierten Strukturierung von Proben zu entwickeln, um die erfolgreiche Strukturierung von Endoprothesen in zukünftigen Projekten zu ermöglichen.
Für ein effektives KI-Tool sind umfangreiche Daten erforderlich. Daher werden Proben aus Ti-6Al-4V mittels pulverbettbasiertem selektivem Laserschmelzen hergestellt und quasi-statischen Druck- und Biegeversuchen sowie zyklischen Risswachstumsversuchen unterzogen. Die mechanischen Tests und die Analyse beschädigter Proben dienen als Datenbasis für die Entwicklung des KI-Tools und die Validierung der bioinspirierten Strukturen.
Kooperation: Alfred-Wegener-Institut (AWI) Bremerhaven
Förderung: Universität Bremen – UBRA /AI Center for Health Care


Kontakt:
Dr.-Ing. Johanna Eisenträger
Tel.: +49 421 218 51320
E-Mail: eisentraeger@iwt-bremen.de
SFB/TRR 136 „Prozesssignaturen“ – Transferprojekt T06: Datenbasierte Lebensdauerprognose für eine funktionsorientierte Induktionshärtung
Das Projekt zielt darauf ab, die Prozessparameter einer Induktionshärtung so vorherzusagen, dass geforderte
Bauteileigenschaften, wie die Schwingfestigkeit von Wellen, im Kontext einer funktionsorientierten Fertigung
erfüllt werden. Dies wird durch die Invertierung der Prozesssignatur und die Berechnung lokaler Schwingfestigkeiten erreicht.
Im Rahmen des Transferprojekts werden spezifische Prozesssignaturen für die rein thermische Behandlung
rotationssymmetrischer Bauteile entwickelt. Diese Signaturen, kombiniert mit den berechneten lokalen Festigkeiten
und dreidimensionalen Spannungstensoren, dienen der Schwingfestigkeitsanalyse mittels des Fehlstellenmodells.
Die erforderlichen Parameter für die Analyse werden durch experimentelle Untersuchungen ermittelt, hierbei werden
unterschiedliche initiale Gefügezustände betrachtet und u. a. Eigenspannungsmessungen und Umlaufbiegeprüfungen
durchgeführt. Die Methode wird in Kooperation mit einem Industriepartner anhand eines praxisrelevanten Beispielbauteils
evaluiert.

Kooperation: eldec Induction GmbH
Förderung: DFG (Transferbereich SFB TRR136) – Projektnummer 223500200
Kontakt:
M.Sc. Tobias Heinrich
Tel.: +49 421 218 51338
E-Mail: heinrich@iwt-bremen.de
Skalenübergreifende Korrelation zwischen Defekten und der Dauerfestigkeit von additiv gefertigten Proben aus Aluminiumlegierungen (Skalierung AM)
Das übergeordnete Ziel dieses kollaborativen Forschungsprojekts ist die signifikante Verbesserung der Zuverlässigkeit von additiv gefertigten (3D-gedruckten) Bauteilen aus Aluminiumlegierungen. Die zentrale Herausforderung liegt in der Entstehung von bauteilschwächenden Defekten wie Poren bei der Additiven Fertigung, welche die Dauerfestigkeit und somit die Lebensdauer des Endprodukts massiv beeinflussen.
Das Gesamtvorhaben gliedert sich in zwei komplementäre Forschungssäulen:
Abteilung Leichtbauwerkstoffe (Partnergruppe): Konzentriert sich auf die präzise Charakterisierung von Porosität und Defektverteilung im additiv gefertigten Bauteil. Der Zusammenhang zwischen den im 3D-Druck verwendeten Prozessparametern und den resultierenden Defekten wird mit Hilfe von Methoden des maschinellen Lernens analysiert. Durch umfangreiche Druckversuche kann somit ein KI-Modell auf Basis künstlicher neuronaler Netze trainiert werden, das eine zuverlässige Vorhersage der Bauteilporosität ermöglicht.
Abteilung Strukturmechanik (Unsere Abteilung): Fokussiert sich auf die mechanische Bewertung und die Entwicklung des finalen, skalenübergreifenden Dauerfestigkeitsmodells, das die Defektinformationen mit den Materialeigenschaften verknüpft. Zur schnellen Charakterisierung des Materialverhaltens führen wir Mikrodruckprüfungen additiv gefertigter Zylinder direkt auf der Bauplatte durch. Mittels der Finiten-Elemente-Methode (FEM) werden diese Ergebnisse dann interpretiert.
Methodische Kernkompetenz
Die zentrale Methode ist die Mikrodruckprüfung (MDP) an winzigen Zylindern. Diese ermöglicht eine schnelle Charakterisierung der elastisch-plastischen Materialeigenschaften – der sogenannten Matrixfestigkeit – direkt auf der Bauplatte. Um eine belastbare Datenbasis zu erhalten, werden zusätzlich umfassende zyklische MDPs sowie konventionelle Schwingversuche an größeren Proben (Kleinst- und Normproben) unter schwellender Zugbeanspruchung durchgeführt.
Brückenschlag durch Simulation
Mithilfe der Finite-Elemente-Methode interpretieren wir die Versuchsergebnisse. Hierunter wird der Einfluss der Prüfbedingungen verstanden und eine direkte Brücke zwischen den MDP-Ergebnissen und den konventionellen, normierten Werkstoffkennwerten geschlagen. Diese Korrelation ist essenziell für die Übertragbarkeit der schnellen MDP-Ergebnisse auf die reale Bauteilbewertung.
Das Dauerfestigkeitsmodell
Das Herzstück der Forschung ist die Entwicklung eines Gesamtmodells, das auf einer bruchmechanischen Betrachtung basiert. Hierbei werden Hohlräume und Defekte im Bauteil als kritische Risse gewertet, deren Wachstum unter zyklischer Belastung beschrieben wird. Das Modell verknüpft die sensitiven MDP-Daten (als Messgröße für die Materialgrundfestigkeit) mit der von der Partner-Arbeitsgruppe gelieferten Defektgrößenverteilung.
Ziel und Validierung
Ziel ist eine präzise, skalenübergreifende Vorhersage der Dauerfestigkeit von Bauteilen aus dem Werkstoff AlSi10Mg. Abschließend wird die Methode an einer zweiten, hochfesten Aluminiumlegierung (Scalmalloy®) evaluiert, um die Robustheit und Legierungsunabhängigkeit des entwickelten Modells zu überprüfen.
Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) – Projektnummer 553531445



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Kontakt:
Dr.-Ing. Johanna Eisenträger
Tel.: +49 421 218 51320
E-Mail: eisentraeger@iwt-bremen.de











