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30. Jul. 2021

Seit einigen Wochen findet sich ein neuer Name im Organigramm des Leibniz-IWT: „Prozessierung von Funktionsmaterialien“ lautet der Titel der neuen Abteilung, die seitdem die Forschungsschwerpunkte der Verfahrenstechnik ergänzt und Grundlagenforschung für den nächsten Entwicklungssprung auf dem Gebiet der additiven Fertigung betreibt.
Im Fokus steht die Erforschung von synergetischen Effekten, die im Zusammenführen von 3D-Druckverfahren und weiteren Komponenten, wie z. B. Ultraschallvibration oder Elektromagnetismus, entstehen. Ziel ist es, allgemeine Modelle für solche Hybridverfahren zu entwickeln und es zu ermöglichen, komplexe Eigenschaftsprofile von Materialien gezielt und auf Nachfrage einzustellen.

Durch die Verknüpfbarkeit verschiedener Technologien mit dem 3D-Druck eröffnen sich neue Möglichkeiten, die Strukturen von Materialien und die sich daraus ergebenden Eigenschaften schon im Herstellungsprozess zu kontrollieren. Daher liegt in dieser Forschung ein großes Potential, insbesondere auch für die Herstellung lokal anisotroper Materialien, wie z. B. für Bauteile, die nur in eine Richtung beansprucht werden. Damit werden Fertigungsprozesse zukünftig auch nachhaltiger und wirtschaftlicher.

Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Prozessierung werden u.a. für Anwendungen in der Energieerzeugung und -speicherung, im Leichtbau und in der Medizintechnik dienen und bieten so ein breites Feld interdisziplinärer Anknüpfungspunkte. Eine besonders intensive Zusammenarbeit mit überschneidenden Themen aller drei Hauptabteilungen des Instituts kann hier optimal genutzt werden.

Neuer Abteilungsleiter ist Herr Assoc. Prof. Dr.-Ing. Ilya Okulov, außerordentlicher Professor an der Ural Federal University (Russische Föderation).
Herr Okulov kam im Jahr 2011 nach Deutschland, um in der Gruppe von Prof. Eckert (Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden - IFW) zu promovieren. Dabei arbeitete er an neuartigen Titanlegierungen, in-situ-Metallmatrix-Verbundwerkstoffen und metallischen Gläsern. Nach Tätigkeiten am Helmholtz-Zentrum Hereon (Geesthacht) und am Institute for Materials Research (IMR) der Tohoku University (Japan) schloss sich Ilya Okulov 2018 der Forschungsgruppe der Verfahrenstechnik an der Universität Bremen an, um die Kombination von 3D-Druck und Dealloying für die Herstellung neuartiger Werkstoffe zu erforschen, einschließlich des 3D-Drucks von Permanentmagneten. Seit 2019 ist Ilya Okulov als außerordentlicher Professor an die Ural Federal University berufen und koordiniert dort die gemeinsam mit den Arbeitsgruppen der Verfahrenstechnik an der Universität Bremen betriebenen Forschungsaktivitäten zum 3D-Drucken von magnetischen Materialien (mehr Informationen hier).