Zum Inhalt springen
09. Apr. 2021

Investition in Forschungsprojekte der Zukunft: In den Laboren der Wärmebehandlung am Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien – IWT wurde ein neuer Glockenofen der Firma Rohde in Betrieb genommen und bereichert seit Kurzem die Ausstattung des Instituts.

Die Anlage des Typs BHC 50/60 (Bell Hardening Center) bietet die automatisierte Behandlung von bis zu drei aufeinanderfolgenden Chargen ohne manuellen Eingriff. Neben Schutzgasprozessen können sowohl Aufkohlungsprozesse unter Normaldruck mit Stickstoff-Methanol-Atmosphäre als auch randoxidationsarme Aufkohlungsprozesse mit sauerstofffreien Kohlenstoffträgern, wie Acetylen, durchgeführt werden. Für das anschließende Härten stehen ein Ölbad Durixol W72 und ein Salzbad Petrofer AS135 zur Verfügung.

Neben ausgezeichneter Wärmedämmung, schnellem Aufheizen und Abkühlen auf Härtetemperatur sowie geringem Platzbedarf war vor allem die flexible und zeiteffiziente Nutzungsmöglichkeit des Gerätes mit Blick auf kommende Forschungsprojekte des Leibniz-IWT ausschlaggebend für die Neuanschaffung.

„Diese Anlage wird zukünftig auf den Gebieten der thermochemischen Wärmebehandlung wie dem Carbonitrieren und Einsatzbainitisieren (Carbo-Austempering) ihren Beitrag für neue energieeffiziente Wärmebehandlungskonzepte bei uns am Institut liefern“, sagt Dr.-Ing. Matthias Steinbacher, Abteilungsleiter der Wärmebehandlung. „Wir freuen uns zudem darauf, thermochemische Wärmebehandlungen von höchstbelasteten Bauteilen mit signifikant reduzierter Randschichtbeeinflussung zu entwickeln, was mit diesem Glockenofen möglich sein wird.“

Ein aktuelles Projekt, bei welchem die neue Anlage zum ersten Einsatz kommen wird, beschäftigt sich mit der verzugsarmen Wärmebehandlung von Kegelradverzahnungen durch Aufkohlen und anschließende isothermische Umwandlung in Bainit.
Der neue Glockenofen ergänzt hierbei das bestehende Repertoire des abteilungseigenen Härtereilabors für die Forschung und Entwicklung vielfältiger Wärmebehandlungstechnologien und Ofenanlagen im technischen Maßstab, wie zum Beispiel einer Aichelin MZK der Größe 3.
 

Bild: Der neue Glockenofen am Leibniz-IWT. Bei einem Nutzraum von Ø500 mm x 600 mm erreicht dieser eine maximale Betriebstemperatur von 1050 °C.