Das mechanische Verhalten dünner metallischer Halbzeuge und daraus hergestellter Bauteile kann nicht aus dem Verhalten von Halbzeugen und Bauteilen mit wesentlich größeren Wandstärken abgeleitet werden. Die Ursachen hierfür sind der statistische und technologische Größeneinfluss, der dominierende Anteil der Oberfläche sowie die Abmessungen in der Nähe der Mikrostrukturgrößen. Darüber hinaus kann auch der Einfluss des Umformens auf die mechanischen Eigenschaften nicht vorausgesagt werden. Aus diesem Grunde ist es notwendig, das mechanische Verhalten der hergestellten Halbzeuge sowie ihr Verhalten im Bauteil auch unter Versagensbedingungen grundlegend zu untersuchen und die Berechenbarkeit und Übertragbarkeit der mechanischen Kennwerte zu erforschen.
Die bisherigen Untersuchungen im Rahmen dieses Projektes ergaben unter anderem, dass bei Mikroblechhalbzeugen (d < 200 µm) der Präparationszustand der Blechkanten einen starken Einfluss auf die mechanischen Kennwerte zu haben scheint. Das nebenstehende Bild zeigt exemplarisch die starke Streuung in der Bruchdehnung am Beispiel dreier AlSc-Mikrobleche aus gleicher Herstellungscharge. Somit kommt einer verbesserten Kantenqualität des Halbzeuges, nicht zuletzt auch wegen einer zu erwartenden Steigerung der Dauerfestigkeit, eine besondere Bedeutung beim Einsatz von Mikrobauteilen zu. Zur Bestätigung dieser Hypothese werden daher die folgenden trennenden Verfahren untersucht:
- Scherschneiden
- chemisches Laserschneiden
- Laserablation
- Funkenerosion
Die Charakterisierung der so erzeugten Schnittkanten erfolgt hierbei unter anderem durch die Messung der Rauheit auf der Blechkante, die z. B. mit Hilfe der Laser-Scanning-Mikroskopie oder Rasterelektronenmikroskopie erfolgt.











