Gemeinschaftsveranstaltung der Landesgütegemeinschaft IB Bremen-Niedersachsen e.V. und der MPA Bremen: „Tag der Betoninstandsetzung 2010“
Am 17. Juni 2010 wurde in den Räumen der MPA Bremen die Gemeinschaftsveranstaltung der Landesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken Bremen-Niedersachsen e.V. und der MPA Bremen zum Thema Betoninstandsetzung durchgeführt. Die Veranstaltung war mit mehr als 50 Besuchern wieder gut besucht. Das Publikum bestand auch bei der nunmehr 6. Veranstaltung fast ausschließlich aus Mitarbeitern von Architektur- und Ingenieurbüros, aus Vertretern von verarbeitenden Firmen und von Behörden.
Die Themenwahl ergab sich auch bei der Veranstaltung 2010 wieder aus den Arbeitsfeldern des Publikums: Im ersten Vortrag, gehalten von Herrn Dipl.-Ing. Eichler, BAM, wurde der Kathodische Korrosionsschutz (KKS) von Stahl in Beton grundlegend vorgestellt. Diese Methode des Korrosionsschutzes für Bewehrungsstähle ist besonders geeignet bei entsprechend hoher Chloridbelastung von instandzusetzenden Betonkonstruktionen. Neben den Grundlagen und den Erfordernissen der Planung und der Ausführung wurden auch Anwendungsbeispiele näher erläutert, u.a. auch KKS-Maßnahmen, die bei der Instandsetzung der Karl-Carsten-Brücke in Bremen (über die Weser) vorgenommen wurden.
Im zweiten Vortrag, gehalten von Herrn Dr.-Ing. Herbert Juling, MPA Bremen, wurde die materialkundliche Begleitung der Sanierung des Bremer Schüttings, dem heutigen Sitz der Handelskammer Bremen, durch die MPA Bremen vorgestellt. Besonders interessant waren hierbei für das Fachpublikum die häufig ähnlichen Aufgabenstellungen in der Sanierung historischer Bauten im Vergleich zum geregelten Instandsetzen nach dem Regelwerk. Der Vortrag gab einen intensiven Einblick in die individuell eingesetzten Analyseverfahren und vermittelte dabei auch ein Verständnis für die Schadensanalytik, die betrieben werden muss, um entsprechende Schadensmechanismen zu verstehen. Dies ist die Voraussetzung zur Ableitung und Wahl geeigneter Sanierungskonzepte. Auch hierbei wurden dem Publikum die Parallelen aufgezeigt zwischen Sanierung historischer Bausubstanz und moderner Betoninstandsetzung. Gleichzeitig wurde betont, dass entsprechende Analytik auch die Voraussetzung für eine dauerhafte Instandsetzung unserer Stahl- und Spannbetonbauten ist.
Das Regelwerk unterliegt auch im Bereich der Betoninstandsetzung Änderungen – allein durch die europäische Harmonisierung. Entsprechend gespannt verfolgte das Fachpublikum die Ausführungen des in der Fachwelt bekannten Sachverständigen, Herrn Dipl.-Ing. Hans-Dieter Dickhaut, über die Pflichten in der Betoninstandsetzung im Bereich der heute geltenden DIN EN 1504 und der DAfStb-Richtlinie „Schutz und Instandsetzung von Betonbauteilen (Instandsetzungs-Richtlinie)“. Offen angesprochen und diskutiert wurden auch die Punkte, die nach bereits 20 Jahren Richtline noch immer nicht für alle Beteiligten, das sind der Bauherr, der Sachkundige Planer, der Ausführer, aber auch der Eigen- und Fremdüberwacher, zufriedenstellend umgesetzt sind. Daher waren der Vortrag und die anschließende Diskussion zur Darstellung der z.T. komplizierten Verantwortungsketten sehr wertvoll.
Die Veranstaltungsreihe wird stets mit Unterstützung eines wechselnden Baustoffherstellers durchgeführt. In diesem Jahr konnten die Veranstalter die Firma StoCretec GmbH aus Kriftel gewinnen. Der Produktmanager Betoninstandsetzung, Herr Dipl.-Ing. Hagen Lehmann, stellte zunächst in einem Vortrag und anschließend in einer kurzen Vorführung die Tiefenhydrophobierung von Stahlbetonbauwerken vor und verglich dabei das neue Hydrophobierungskonzept mit dem klassischen Oberflächenschutzsystem OS-A bzw. OS-1. In seinem Vortrag, in dem auch ein Versuch zur Verdeutlichung der Wirksamkeit vorgeführt wurde, bewies Herr Lehmann die Funktionsfähigkeit der klassischen Oberflächenschutzsysteme und auch des zukunftsträchtigen Systems der bereits in Skandinavien bekannten Tiefenhydrophobierung.
Verglichen mit der auch im Rhythmus von zwei Jahren stattfindenden, nationalen Veranstaltung „Beton-Insta“, die von der Bundesgütegemeinschaft Instandsetzung von Betonbauwerken e.V. durchgeführt wird und stets sehr hohe Besucherzahlen aufweist, war auch die vergleichsweise kleine Veranstaltung für das Fachpublikum sehr effektiv. Vertreter des Publikums aber auch Vortragende lobten nach der Veranstaltung dieses Forum, in dem hochkarätige Vorträge gehalten wurden sowie in relativ kleiner Expertenrunde sehr intensiv diskutiert werden konnte.

Presse/Aktuelles

